Konferenz? Tagung? Da denkt mensch an Vorträge mit endlosen Folien, an ein vorgegebenes Programm, an Podiumsdiskussionen, an Räume mit Dämmerlicht und dahinschlummernde Teilnehmende....die sehnsüchtig die Pause herbeiwünschen
Völlig anders bei open space. Lediglich eine Überschrift und keine Tagesordnung. Zu Beginn der Veranstaltung sind alle dabei, denn in den ersten 1 ½ Stunden entsteht die gesamte Arbeits- und Zeitplanung, egal ob 350 oder wie kürzlich 2108 teilnehmen. Dann folgen alle dem, was für sie wichtig ist.
Wie geht das? Am Anfang sitzen alle im Kreis. Nach einer knappen Einführung wird dazu eingeladen das einzubringen, was auf den Nägeln brennt und wofür Bereitschaft besteht, Verantwortung zu übernehmen. Alle Anliegen sind zulässig, auch wenn sie vermeintlich nicht zur Gesamtüberschrift passen.
Wenn die Anliegen an der Wand hängen und Zeiten und Räume feststehen, tragen sich alle dort ein, wo sie mitmachen wollen. Dann treffen sich die Gruppen: Zeiteinteilung, Größe, Arbeitsweise...alles selbstorganisiert. Manche "hummeln" von Gruppe zu Gruppe. Jede Gruppe verfasst ein Doku-Blatt mit dem was war und veröffentlicht dies für alle anderen an der "Doku-Wand".
Vor Schluss bekommen alle eine Dokumentation mit den Doku-Blättern und einer Kontaktliste als Grundlage für Handlungsplanung über den open space hinaus.
Im Gegensatz zu den oben erwähnten Konferenzen erfahren die Beteiligten, dass es möglich ist und zudem beglückt, selbstverantwortlich zu handeln, Führung gemeinsam auszuüben, mit Unterschieden wertschätzend und ressourcenorientiert umzugehen sowie Handlungspläne zu verabreden.
Open space wirkt fort: In den Köpfen, in den Handlungen am Arbeitsplatz, im Stadtteil, in Unternehmensleitungen, im öffentlichen Leben, im gesellschaftlichen Diskurs, in der täglichen Meinungsbildung... Vor- und Nachbereitung unterstützen die nachhaltige und handlungsorientierte Wirkung von open space-Veranstaltungen.
Mehr zu open space gibt's im Internet z.B. bei www.michaelmpannwitz.de und www.joconsult.de oder auch in der englischsprachigen website www.openspaceworld.org
Dieser Text ist von Michael M Pannwitz zusammengestellt in Anlehnung an die Einladung zu der open space-Konferenz "Was lernen wir für den nächsten Krieg in Europa?" im September 1999 in Wien.